Von Schwul zu Bisexuell?

  • Hallo,


    mich beschäftigt schon seit längeren eine große Veränderung an mir.
    Ich habe mich schon immer als schwul bezeichnet und hatte nie ein großes Problem damit es auch zu sein oder es jemanden zu sagen. Sprich mein Soziales Umfeld und ich wissen, dass ich schwul bin und es ist alles super. Dennoch merke ich in letzter Zeit, dass ich immr neugiriger werde und mich frage, wie es wohl ist mit einer Frau zu schlafen .
    In meiner Jugendzeit hatte ich schon mal Sex mit einer Frau und fand es ganz okay.
    Es war nicht etwas, wo ich gesagt habe, dass ich es nie wieder machen werde, fand es aber auch jetzt nich so schlecht. Es war okay. Ich habe nie Ekel oder eine tiefe Abneigung gegenüber Frauen empfunden. Mich hat das andere Geschlecht einfach nicht weiter erregt. In meinen Zwanzigern habe ich nur Männer gedatet, weil ich mich nur zum eigenen Geschlecht hingezogen gefühlt und mir sicher war, dass ich schwul sei. Ich hatte auch schon mehrere und lange Liebesbeziehung zu Männern, die ich nicht missen möchte und dankbar dafür bin.


    Ab und zu habe ich mich auch gefragt, wie es wohl sei mit einer Frau zu schlafen, habe es aber einfach nur so als flüchtigen Gedanken abgehakt und mich nicht intensiver damit beschäftigt. Jetzt bin ich 32 Jahre alt und denke fast ausschließlich nur an Sex mit Frauen, was ich vorher so in dieser Intensität und Häufigkeit nicht gemacht habe. Früher habe ich es so gut, wie gar nicht gemacht, weil es mich einfach nicht erregt hat. Auch Hetero-Pornos habe ich mir nicht angeschaut, doch heute schaue ich immer öfter rein und Porngrafie zum eigenen Geschlecht interessiert mich immer weniger. Auch in meinen Fantasien stelle ich mir nur noch vor mit einer Frau zu schlafen, was mich mehr denn je erregt und der Gedanke an Männern lässt mich mittlerweile fast kalt und macht mich fast gar nicht mehr an. Aber komischerweise wenn ich mich im Alltag oder auf der Straße nach Frauen umschaue finde ich so gut wie keine attraktiv. Das passiert mir aber häufig bei Männern auch.


    Wie ich schon geschrieben habe, habe ich kein Problem damit schwul zu sein, doch nun Frage ich mich, eigentlich schon seit längeren, ob ich wirklich schwul bin oder mein Unterbewusstsein es doch ganz tief ablehnt? Ich bin glücklich damit schwul zu sein und habe keine Probleme damit, dass ich auf Männer stehe. Mittlerweile verwirrt mich das ganze sehr. Es bleibt halt nur bei der Fantasie mit Frauen zu schlafen, aber in der Realität finde ich die meisten Frauen so gut wie gar nicht oder kaum anziehend. Kann es trotzdem sein, dass ich bisexuell bin?

    Geht es jemand genauso ähnlich und warum das ganze gerade jetzt?

  • Hallo und willkommen hier im Forum!


    Nicht bei allen ist die sexuelle Veranlagung das ganze leben lange gleich, kleinere Veränderungen sind sogar häufig. Ganz extrem ist es in der Pubertät wo die Gefühle oft Achterbahn fahren, aber auch danach kann sich das ändern.

    Bei den meisten ist es oft so, das sie lange glauben hetero zu sein und ihre homosexuelle Seite erst später entdecken, vielleicht ist es bei Dir genau umgekehrt.


    Ich selber glaubte auch viele Jahre schwul zu sein, lebte aber ungeoutet und hatte nur weinige sexuelle Erlebnisse. Dann mit 31 verliebte ich mich dann in meine heutige Ehefrau und fand sie auch sexuell total anziehend, das Interesse an Männern war am Anfang noch da, verlor sich aber im Laufe der Jahre. Nach sieben vermeintlichen Heterojahren kehrten die schwulen Gefühle zurück, heute empfinge ich wieder mehr schwul als hetero.


    Lass Dir am besten Zeit mit Deinen Gefühlen, setze Dich nicht unter Druck. Sei jedoch vorsichtig was eine feste Beziehung zu einer Frau angeht, ich habe mich fest gebunden und sie nicht über meine Vergangenheit informiert, diese hat mich dann aber eingeholt. Vielleicht ist es hier sogar besser, den ehrlichen Weg zu gehen, wenn Dein Verlangen nach Frauen stärker wird und Du es real erleben möchtest.


    Alles Gute und liebe Grüße!