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Donnerstag, 31. Juli 2014, 13:42

Was tun bei psychischer Belastung?


Mein Name ist Gregor bin 37. Mein Kumpel, Freund und ehemaliger Liebhaber ist 40 und macht im Moment eine schwierige Zeit durch und ich möchte Ihn unterstützen. Doch ich wohne seit 7 Jahren in den USA Wir kennen uns seit 28 Jahren und kommunizieren in der Regel einmal pro Woche per Email oder Skype. Wir haben keine Geheimnisse. Er ist bisexuell veranlagt, kann aber nicht dazu stehen. Ich war bisher sein einziger Liebhaber. Er lebt seit 12 Jahren mit seiner Frau zusammen, die aber seit 6 Jahren an starken Depressionen leidet. Er liebt sie über alles, was ich auch toll finde, aber sexuell läuft es bei Ihm deshalb nichts mehr. Ich war über Pfingsten in der Schweiz und wir haben uns getroffen und etwa mehr. Er bereut diese Tat, weil es seine Sexualität zu einem Mann wieder aufgeweckt hat. Im Gespräch mit Ihm fühle ich eine starke psychische Belastung. Er ist sehr sensibel und kann sich keinen Seitensprung mit eine Frau einlassen und bei einem Mann denkt er immer erst an mich. Gleichzeitig hat unsere "Tat" bei Ihm ein traumatisches Erlebnis wieder aufgeweckt, dass aber weder mit mir noch mit der Sexualität zu tun hat. Hat jemand eine Ahnung wie man Ihm helfen kann?


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Freitag, 1. August 2014, 14:48

Hallo Gregor
Wärend einer Phase in der ich psychisch sehr in Not war konnte mir nur eines helfen. Ich musste mich anderen gegenüber öffnen und mitteilen.
Das war lange zeit sehr schwierig, vorallem wenn es sich um so intime Themen wie die eigene Sexualität handelt. Der Druck war jedoch so gross dass ich es nicht mehr für mich behalten konnte.
Offene Gespräche mit verschiedensten Menschen von denen ich mir ein gewisses Verständnis erhoffte haben mir sehr geholfen, vielleicht auch weil ich mich dadurch quasi genötigt habe mich ganz bewusst und intensiv damit auseinander zu setzen. Ich hatte auch immer wieder mal Gespräche mit professionellen Zuhörern (Psychologen), aber Gespräche mit Laien waren mir genauso wertvoll wenn nicht sogar etwas konkreter im Inhalt.
Ich glaube wenn der Leidensdruck zu gross wird kann man dies entweder nach aussen bringen, sprich andere Menschen damit konfrontieren, oder man kehrt es nach innen was in etwa dem effekt einer Depression entspricht. Schlimm ist nur die Isolation in der man sich in dieser Situation befindet, nicht die Situation selbst.
Konkret kann ich deinem Freund nur den Rat geben dass er sich Menschen sucht die offen mit dem Thema umgehen können und ihm Impulse geben welche es Ihm erlauben sich bewusst damit auseinander zu setzen und sich weiter zu entwickeln so dass der Druck fällt oder ganz aufgelöst wird. Wichtig finde ich auch das es sich nicht um Menschen handelt die aus Religiösgen oder anderen "ethischen" Gründen seine Konflikte noch verstärken.

Ich wünsche Ihm viel Kraft und vertrauen in das Leben
---------- May the force be with you ----------

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Samstag, 2. August 2014, 15:45

Herzlichen Dank Guru für Deine Zeilen. Ich bin auch Deiner Meinung, dass er mit Reden den Druck abbauen kann. Ich habe Ihm nun 143 und dieses Forum empfohlen, weil er kein soziales Umfeld mehr hat. Ab 2008 hat sich sein Umfeld arg gelichtet, als er bei Pärchenabenden nur noch alleine auftauchte. Er wurde einfach nicht mehr eingeladen. Die letzten Freunde haben sich abgewendet als er 2011 ein Burnout hatte. Mit seinen Eltern kann er nicht darüber reden, weil sie erzkonservativ und dazu noch sehr katholisch sind. Ich war immer eine Person non grata gewesen und als wir zusammen lebten, war es für seine Eltern einfach eine WG.Sein Therapeut bei dem er wegen der Traumageschichte in Behandlung ist leidet, gemäss seiner Ansicht nach, an Homophobie. Er kann nicht einfach bei einem neuen Therapeuten nur über seine Sexualität reden, denn das Trauma spielt dabei eine wichtige Rolle. Das ganze ist schon recht kompliziert. Ich fühle mich schuldig an seiner Situation, wenn Pfingsten nicht gewesen wäre...

4

Samstag, 9. August 2014, 01:17

Schlussendlich muss jeder Mensch seinen eigenen Weg finden wie er mit sich ins Reine kommt. Wenn dein Freund sein Trauma aufarbeiten will und deswegen eine Therapie macht ist das schon ein guter Ansatz. Schwierig wird es nur wenn sexualität dabei eine Rolle spielt und er sich durch (homophome) Äusserungen seines Therapeuten befangen fühlt seine ganze Wahrheit auszubreiten. Wenn das der Fall ist hilft nichts anderes als die ganze Wahrheit auszusprechen. Vielleicht hilft das seinem Therapeuten, oder es hilft sich bewusst zu werden das es der falsche Therapeut ist ...Nur wenn man sich dem Problem stellt, kann man das Problem lösen. In diesem Sinne kann man auch einen positiven Aspekt in Schwierigkeiten entdecken, weil sie einem Aufzeigen wo seine eigenen Grenzen momentan sind und wenn man damit nicht einverstanden ist so hat man zumindest die Möglichkeit daran zu arbeiten dies zu verändern. Das braucht viel Mut und Geduld, aber schlussendlich geht es um einen selbst und sein eigenes Heil, seine eigene Befreiung oder auch seine Selbstbestimmung und damit auch das mit sich selbst einverstanden sein.
Bei dir hat das Schuldgefühle ausgelöst. Das verstehe ich und kenne es selber sehr gut. Geschehenes kann man nicht rückgängig machen, aber man kann daraus lernen. In deiner Situation hast du so wie ich das verstehe eine gute Kommunikation zu Ihm. Vielleicht braucht er einfach noch Zeit, oder wie ich schon erwähnt habe, zusätzliche Meinungen bzw. Gesprächspartner. Ich glaube wenn du diese Kommunikation aufrecht erhälst und dich ehrlich dafür interessierst wie es ihm geht dann hast du ihm schon viel geholfen.
---------- May the force be with you ----------

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Montag, 11. August 2014, 08:56

Gestern Sonntagmorgen hatte ich etwas Zeit für mich und habe auf Empfehlung hin dieses Forum angesehen. Bei diesem Thema erhöhte sich der Blutdruck und mir wurde etwas unwohl dabei. Habe alles gelesen und musste danach nochmals unter die Dusche, weil ich total verschwitzt war. Warum? Weil dieser Kumpel von GregN alias Gregor ich bin! ich quälte mich den ganzen Sonntag lang darüber, ob ich dies ignorieren sollte oder nicht. Wie ihr seht, habe ich mich doch heute morgen entschlossen an dieser Diskussion mitzumachen. Gebt mir aber noch etwas Zeit, denn ich muss überlegen, wieweit ich meine Probleme hier offenlegen will. Aber ich melde mich..

Bis später..

Gruess

Lorax

@GregN => Ist ja ganz was neues.. zum ersten Mal nach 28 Jahren setzt zu eine Drohung auch in eine Tat um. ;-)

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Montag, 11. August 2014, 12:28

Netter Benutzername Lorax

Doch du siehst besser aus als der Lorax :-)

Du hast mich jetzt aber auch überrascht! Hätte nicht gedacht, dass du den Mut findest, dich hier zu melden.

Sei so offen wie möglich, nur so kann man Dir hier helfen. Hier brauchst du dich nicht um Deine Gefühle zu schämen und etwas Privatsphäre hast du hier.

Bin gespannt..

With love

Gregi

7

Montag, 11. August 2014, 12:53

Hallo Loarx
Schön hast du den Weg hierher gefunden. Du kannst dir so viel Zeit nehmen wie du willst/bauchst, das forum besteht schon seit 2 1/2 Jahren und es hat meiner Meinung immer noch eine Existenzberchtigung ;)
Das forum ist so gestaltet dass Anonymität gewährleistet ist, das ist mir als forumsadministrator ein wchtiges Anliegen. Auch dass der Umgang untereinander sorgsam ist.

der admin

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Montag, 11. August 2014, 14:04

Hallo zusammen

seit ich von der Existenz von diesem Thema weiss, kann ich mich nicht mehr so auf meine Arbeit konzentrieren. Um meine Anspannung zu lindern, habe ich beschlossen nicht länger zu warten.

Meine aktuelle psychische Belastung ist eine Kumulation bestehend aus meinem Trauma, der Depression meiner Frau, dem Ereignis an Pfingsten mit Gregor und die daraus erweckten Gefühlen.

Es ist sehr komplex, aber ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen. Damit Ihr mein Problem auch richtig einordnen könnt, muss ich einige Jahre zurückgehen.

Im Alter von 22 wurde ich Vater, geplant war es zwar nicht, aber ich lebte damals mit der Freundin schon seit 4 Jahren zusammen und verstanden uns unglaublich gut. Doch meine Freundin und mein Sohn verstarben beide an einem Autounfall in Italien noch im gleichen Jahr. Es wär ein Schock für mich und ich stürzte in eine schwere Depression und wurde zu einem Workaholic. Mein bester Kumpel Gregor war der einzige der mich damals unterstütze, wir kannten uns damals schon seit über 10 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich schon seit 4 Jahren das Gregor schwul war, was mich aber nicht störte. Wegen dem Schock war es für mich auch nicht möglich eine neue Beziehung zu einer neuen Frau aufzubauen. Es gab Dates mit Frauen, die teilweise sogar Gregor für mich organisiert hatte, aber in meinem Herzen war meine verstorbene Freundin weiterhin präsent. Sexuell ging da rein gar nichts.

Bis November 1997 war es für mich sogar undenkbar, etwas mit einem Mann zu haben. Männer waren Konkurrenten. Im besagten Monat feierte Gregor mit Kollegen seinen 20. Geburtstag in unsere WG (er ist in das Kinderzimmer eingezogen). Seine Beziehung zu seinem Freund ging zwei Monate vorher auseinander. Ich war an dieser Party so mies darauf, dass ich mein Frieden im Alkohol suchte. Als die letzten Gäste um 4 Uhr gingen, war ich einfach nur voll. Gregor suchte Zärtlichkeiten bei mir und ich fand es einfach nur schön. Es überraschte mich nicht, als ich aufwachte und Gregor neben mir im Bett fand. Durch Gregor fand ich wieder Freunde und Leidenschaft am Sex wieder. Doch für Gregor war es klar, dass er nur ein Platzhalter für eine Frau war. Er zog sich auch immer friedlich in sein Zimmer zurück, wenn ich eine Beziehung mit einer Frau begann.

Als ich meine jetzige Frau kennen lernte, bemerkte Sie offensichtlich, dass es keine normale WG war. Sie hat mir zu verstehen gegeben, dass wenn ich für Sie da bin und solange ich Ihre sexuelle Bedürfnisse befriedige, sei es für Sie auch OK, wenn ich etwas mit einem Mann habe. Sie möchte es aber nicht wissen, wann ich es tue, aber ich sollte bei einem Mann genau so treu sei wie bei Ihr d.h. keine wechselnde Männer. Für mich war das OK, denn an andere Männer als Gregor hatte ich keine Interesse. 4 Jahre lang ging das ohne Problem gut.. doch dann entschied sich Gregor, dass er mich nicht mehr teilen möchte. Er ging vor 7 Jahren in die USA und bliebt dort. Wie Gregor schon geschrieben hat, blieb der Kontakt immer da. Hinzwischen bin ich stolzer Trauzeuge von Gregors Mann.

Vor 6 Jahren begann die Depression bei meiner Frau. Es wurde immer schlimmer, trotz Medikamenten, und der Sex immer weniger. Aber meine Frau zu betrügen kam für mich nie in Frage. Meine sexuellen Bedürfnisse hielten sich in Grenzen und sonst gibt es im Netz genügend Filmmaterial.

Das “Unheil” nahm aber an Pfingsten seinen Lauf. Meine Frau war in einer Klinik und Gregor per Zufall bei seiner kranken Schwester in der Schweiz. Er besuchte mich und durch Gregor fand ich wieder (erneut) Freunde und Leidenschaft am Sex . Gregor musste wieder nach Hause nach Boston und zurück blieb in mir die Lust auf Zärtlichkeiten mit einem Mann.

Gregor hatte zwar für mich, wo auch immer, vereinzelte Anzeigen geschaltet und ich hatte Dates, aber zu mehr als einem Drink kam es bisher nicht. Unterschiedlicher könnten die Vorstellungen gar nicht mehr sein. Ich weiss eine Kopie von Gregor gibt es nicht, aber ob es eine ähnliche Person gibt bezweifle ich ja länger je mehr. Will ich es wirklich?

Im Mai dieses Jahres hatte ich ein Trauma-Backflash. Plötzlich fühlte ich mich wieder wie 22 und hatte die Leere nach der Todesnachricht in mir. Ich ging zu meinem Therapeuten um die Ursache des Backflash zu eruieren. Die Ursache für das Backflash war ein Lehrling, der nur wenige Tage später als mein Sohn geboren war und Ende Mai seinen 18. Geburtstag feierte. Mein Unterbewusstsein, hat mir zu verstehen gegeben, dass dieser Lehrling mein Sohn hätte sein könnte. Es war ein schmerzvolles Gefühl. Während der Traumaverarbeitung, aber nach Pfingsten, hatte ich plötzlich Schmetterlinge im Bauch wegen einer jüngeren männlichen Person. Er sieht dem jüngeren Gregor unglaublich ähnlich.

Für mich war es ein Schock zu viel. Ein Wechselbad der Gefühle... einfach sehr anstrengend. Nur weil ich über Pfingsten mit Gregor zusammen war, spielen meine Gefühle nun verrückt. Trauma-Verarbeitung und Schmetterling ist einfach zu viel Emotionen auf einmal. Ich bin angespannt und finde die innere Ruhe nicht. Ich versuche mich abzulenken um zu Verdrängen, gelingt mir zwar je länger je besser, aber so eine vernünftige Entscheidung zu treffen ist nicht möglich.

Gruess

Lorax

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Lorax« (11. August 2014, 15:33)


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Montag, 11. August 2014, 16:28

Hallo Lorax
Danke für deine offene und erliche Erzählung. Dass der Verlust deiner Frau und deines Kindes ein prägendes und traumatisches Erlebnis ist sehr gut nachvollziehbar. Du wurdest sehr früh und schmerzlich mit dem Prozess des loslassens konfrontiert.
Zu deiner jetztigen bzw. jüngeren Geschichte habe ich eine Frage. Du schreibst dass deine jetzige Frau von deiner intimen Freundschaft zu Gregor kenntniss hatte.
Als Mann ist es für mich sehr verständlich, das Bedürfnis nach sexualität verschwindet bei einem selbst nicht einfach wenn der/die PartnerIn ein solches Bedürfnis nicht mehr spürt. Da du auch geschrieben hast dass du deine Frau nicht betrügen möchtest, deutet das für mich darauf hin das du (ihr?) mit dem Bild der romantischen Liebesbeziehung lebt, in der sexualität als exklusivität zwischen den beiden Ehepartner stattfindet (oder eben auch nicht stattfindet). War im laufe der letzten 6 Jahre sexualität bzw. der Umgang mit dem Bedürfnis nach sexualität zwischen dir und deiner Frau ein Thema ? Was sind für Vorstellungen vorhanden und bist du einverstanden damit ?

Gregor hat angedeutet das deine Eltern sehr gläubig sind ... ich wurde in meiner Kindheit sehr damit konfrontiert was und wie die Kirche sich vorstellt in welcher Form eine Beziehung zu anderen Menschen soll und darf oder eben auch nicht sein darf. Dabei ist die Vorstellung einer romantischen Liebesbeziehung sehr stark verankert. Diese Vorstellungen haben mich ungewollt geprägt und es ist auch jetzt noch viel arbeit, mich von diesen vorgefertigen Lebensvorschägen zu lösen und meinen eigenen Weg zu finden. Ich kann mir vorstellen dass auch du so etwas erlebt hast, weiss aber nicht wieviel da bei dir reinspielt.

Eigentlich wäre es interesannt zu wissen inwieweit die Depressionen deiner Frau mit diesem Thema oder dem eben nicht thematisieren zu tun haben. Ich nehme an dass die Depressionen psychologisch und nicht nur Medikamentös behandelt werden.

liebe Grüsse
---------- May the force be with you ----------

10

Montag, 11. August 2014, 19:01

Hallo Guru

danke für Deine Antwort. Wie kann ich es formulieren? Ich würde es nicht als romantische Liebesbeziehung bezeichnen und hat aus meiner Sicht auch nichts mit falscher Moral zu tun, sondern weil ich einfach ein sehr sensibler Mann bin. Ich leide mit, wenn es einer Person die ich Liebe, in meinem Falle also meine Frau und Gregor, nicht gut geht. Ich bin nicht Egoist genug um meine sexuellen Bedürfnisse an erster Stelle zu setzten und ich wäre nicht frei im Kopf.

Meine Frau wird psychologisch betreut und es sind nicht nur eine apathische Depression. Die Depression meiner Frau hat mit Sexualität direkt nichts zu tun, sondern die Ursache liegt in der Kindheit. Eine heftige Diskussion mit Ihren Eltern hat die Depression ausgelöst.

Gruess

Lorax

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Montag, 11. August 2014, 20:01

Wow Lorax endlich.. Gratulation zu Deiner Offenheit!

@Guru: Lorax ist wirklich sehr sensible. Als er mit seiner Freundin zusammen lebte und mir sehr schlecht ging, rettete er gegen meinem damaligen Willen mein Leben. Zum Glück hatte er so einen Durchhaltewillen. Sonst wäre ich nicht mehr am Leben! Ist kein Witz! Ich habe seine Frau erlebt, als Sie einen schlechten Tag hatte und ich kann Dir sagen, es braucht starke Nerven um das was Lorax durchmacht auszuhalten! Es ist Liebe die Ihn so stark macht. Seine Frau ist sich bewusst, auf was alles Lorax verzichten muss. Sie hat deswegen Schuldgefühle und verstärken die Depression nur noch. Zärtlichkeiten finden ja statt, aber kein Sex. Lorax muss sich fallen lassen und entspannen können um eine Errektion zu kriegen, aber dass kann er mit soviel Sorge um seine Frau nicht. Bei einem Mann würde es jedoch funktionieren, weil er hier Sorgen frei wäre.

Liebe Gruess

Gregor

12

Dienstag, 12. August 2014, 07:53

Hallo Gregor

bei einem Punkt muss ich Dir widersprechen. Ich muss nicht vorher entspannt sein um eine Errektion zu kriegen. Es tut sich sehr wohl etwas in der Hose, wenn Zärtlichkeiten ausgetauscht werden. Das müsstest du eigentlich wissen, denn du hast mich schon mehrmals so verführt. :-)

Jedoch der Austausch der Zärtlichkeiten mit meiner Frau hat nicht viel mit Geniessen zu tun, sondern ich hole sie mit den Zärtlichkeiten aus Ihren negativen Gedanken, danach braucht Sie Geborgenheit. Es kann sein, dass sich daraus Sinnlichkeit ergibt, aber ob die Lust bei meiner Frau dann während des Geschlechtsverkehrs bleibt ist ein Lotteriespiel. Es ist nicht erregend, wenn meine Frau dabei zu Weinen beginnt oder sich wieder in Ihrer negativen Gedanken versinkt und nicht geniessen kann. Luststöhnen finde ich sehr erregend und wenn es fehlt, dann macht Sex nicht mehr viel Spass. Der letzte richtige schöne Sex war mit dir Gregor an Pfingsten, weil hier die Lust beidseitig zu spüren war, dass ich nun den lustvollen Sex mit Dir vermisse ist klar.

@Guru: Ja meine Frau wusste von den Intimitäten zwischen mir und Gregor und Sie fand, dass der Sex zwischen mir und ihr gefühlsvoller war, wenn ich vorher eine Nacht bei Gregor war.

Lorax

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Dienstag, 12. August 2014, 10:40

Lieber Lorax, lieber Greg
Ich spüre eine grosse Zuneigung und Verbundenheit zwischen euch, das ist schön. Ich glaube auch dass Lorax dasselbe für seine Frau empfindet.
Ich finde es auch schön und wichtig dass du Lorax liebevolle zärtlichkeiten mit deiner Frau erlebst.
Mein letztes Post basierte auf der unbearbeiteten Version von Lorax Aussage, unterdessen wurde sie ja etwas erweitert. Mit meiner fragerei wollte ich nicht irgendwelche Behauptungen aufstellen, sondern etwas mehr begreifen. Offensichtlich habe ich damit zumindest im ersten Moment Abwehr erzeugt.
Eure Geschichte ist komplex, das ist euch wahrscheinlich auch bewusst. Die Zusammenhänge sind für Aussenstehende nicht so schnell begreifbar. Jedoch könntihr davon ausgehen dass Aussenstehende eine ander Perspektive auf eure Geschichte haben und das kann ja (auch wenn es manchmal unangenehm zu sein scheint) bereichernd sein.
Ich weile gerade am Meer und werde heute mein Domizil verschieben. Habe dadurch einige Tage nicht oder nur schwer zugang zum forum. Ich hoffe es kommen noch andere Wortmeldungen ....
Hebet eu Sorg
---------- May the force be with you ----------

14

Mittwoch, 13. August 2014, 05:41

Guten Morgen Schweiz

Danke Dir Guru für Deine Worte. Meine Ziel habe ich erreicht, Lorax hat sich hier geöffnet und etwas Ballast entladen können. Aber noch nicht mehr... Ich resp.wir haben es schon zu Beginn erwähnt, dass es Komplex ist. Aus meiner Sicht wären jetzt der Fokus auf die letzten paar Sätze vom Lorax grossartigen Bericht zu setzten. Ich bin der Meinung, dass Lorax dort Unterstützung braucht. Oder was meint Ihr? Die Reaktion von Lorax ist verständlich, weil er sich nun mit anderen mehr oder weniger fremde resp. ungewohnten Gefühlen konfrontiert sieht und sich damit auseinandersetzen muss.

@Guru: Geniesse Deine Ferien. Ich bleibe wie gewohnt mit Lorax in Verbindung.

Liebe Grüsse

Gregor

15

Donnerstag, 14. August 2014, 07:11

Hallo zusammen

kurzes Update:

ich werden den Trauma-Therapeuten wechseln. Ich möchte ein Therapeut bei dem ich meine beiden Probleme thematisieren kann.

Seit gestern sind die Schmetterlinge wieder eingesperrt. Ich wollte mehr über den Typ wissen, der für die Schmetterlinge zuständig war. Nun habe ich gestern erfahren, dass er in der letzten Woche in der Probezeit gekündigt hat und nun irgendwo anders arbeitet. Enttäuscht? Ein wenig schon. Erleichtert? Sehr... weil ich jetzt (vorübergehend) ein Problem weniger habe.

Liebe Grüsse

Lorax

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lorax« (14. August 2014, 07:27)


16

Donnerstag, 14. August 2014, 22:25

Hallo zusammen

Sehr interessante und berührende Geschichte! Wie ist denn nun der Stand zwischen Lorax und Gregor? Habe das nicht richtig verstanden. Seid ihr inoffiziell zusammen, so über die Distanz? Offenbar habt ihr ja Gefühle füreinander? Wäre es für Dich, Lorax, eine Option, mit Gregor zusammenzusein, und Gregor, für Dich? Wie sieht denn so "eure" Zukunft aus? Das mit der depressiven Frau kann ich gut nachvollziehen. Das zieht einen unheimlich runter. Die Frage ist, wie lange man das als Partner mitmacht...

Gruss
Fretzman
You gotta do what you gotta do.

17

Donnerstag, 14. August 2014, 23:11

Hallo Fretzman

Gregor und ich sind eine Herz und eine Seele, aber wir haben keine Beziehung mehr. Vor 7 Jahren hat sich Gregor entschieden, dass es für Ihn so nicht mehr stimmt. Er wollte mich ganz oder gar nicht. Mich mit meiner Frau teilen wollte er nicht mehr. Sollte das ein Grund sein um nach 21 Jahren den Kontakt vollständig abzubrechen? Ich verstand seine Entscheidung, denn er ist schwul und er verstand mich auch. Ich war eher überrascht, dass er mich 5 Jahre lang teilte. Wir gingen in Freundschaft auseinander.

Was an Pfingsten passiert war läuft unter Rubrik "Shit happens". Ich habe mich bei seinem Mann entschuldigt, aber er kennt mich hinzwischen ja auch sehr gut und er wusste, dass es keinen absichtlichen Seitensprung von Gregor war. Wenn ich Sorgen/Kummer oder jemand zum Reden brauche ist Gregor für mich da sein, wie ich es auch für Gregor bin.

Ich würde Gregor nun als kleinen Bruder bezeichnen... :-) Ich werde sicher mal zu Gregor und seinem Mann nach Cambridge reisen, aber für mich ist es dann ganz klar, dass nichts laufen wird. War bei der Heirat 2010 als Trauzeuge von Gregors Mann beiden dabei und habe mich für beide gefreut. Ich muss ja nicht gleich mit Gregor schlafen, wenn ich Ihn sehen. :-)

Alles klar?

Gruss

Lorax

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Lorax« (14. August 2014, 23:58)


18

Freitag, 15. August 2014, 01:07

Hi Fretzman

Ist gar nicht so einfach Fretzman-Schuhe in den USA zu kriegen. :-)

Willkommen in der Diskussion. Nun Fretzman, warum sollte ich Lorax Dates vermitteln, wenn wir zusammen sein sollten? Wir kennen uns seit ich 9 und Lorax 12 jung war. Für mich war Lorax immer schon ein Bruder gewesen. Ich konnte mich an Ihm orientieren. Wir haben uns gegenseitig das Herz ausgeschütten. Sei es Liebeskummer, Zoff mit den Eltern oder Ärger mit dem Chef oder Mitarbeiter. Die sexuelle Beziehung hat sich einfach so ergeben und hat sich auch wieder gelöst. Der Stand ist seit 2007 wie anno 1995. Lorax und ich hatten zwischen 2007 und Pfingsten 2014 keinen Sex, nicht mal per Webcam (scheint heute IN zu sein). Lorax blieb in dieser Zeit Mann frei. Ich behaupte mal, wenn das Trauma-Backflash nicht gewesen wäre, wäre der Sex an Pfingsten nicht passiert und es gäbe diese Diskussion nicht. Unsere sexuelle Beziehung hat sich ja nur wegen des Todesfalls so ergeben...jetzt sind die Gefühle bei Lorax wieder da und ich wünsche mir, dass Lorax einen fairen und ehrlichen Partner findet. Wir verstehen uns weiterhin sehr gut, was auch immer zwischen uns passiert ist, und ich hoffe, dass es so weitergeht (ohne Sex natürlich).

So mein Nachtessen wird kalt und Kevin, mein Mann, wird langsam auf mein Smartphone einversüchtig.

Liebe Gruess

Gregor

19

Freitag, 15. August 2014, 08:31

@GregN: Ach Du mit Deinen Dates. Das waren alles Gays und wollten einfach einen schnellen anonymen Spass. Nichts für mich. Lass es besser! Spar dir die Mühe, denn die Wahrheit sah immer anders aus, als sie es dir geschrieben haben.

Mit der Backflash-Theorie könnte schon etwas Wahrheit drinn sein. Ohne wäre ich vermutlich mit Gregor nur ins Restaurant gegangen und hätten viel zu erzählen gehabt. Mehr wäre wohl nicht passiert...

Mein alter Therapeut ist der Ansicht, dass der Lehrling für mein Trauma-Backflash verantwortlich war und ich Ihn meiden sollte. Was habe ich nun davon, wenn ich Ihm nun aus dem Weg gehen sollte? Das Trauma ist ja schon da und was kann der Lehrling schon dafür? Absolut nichts..

Bin gespannt wie der neue Therapeut sein wird.

Gruss

Lorax

20

Freitag, 15. August 2014, 10:58

Hallo zusammen

ich hatte heute meinen ersten Termin (2 Stunden) beim neuen Therapeuten. Recht Sympathisch mit viel Verständnis mit Griechischer Herkunft. Kannte die griechische Mythologie bisher nicht, aber er benutzte einige Beispiele im Zusammenhang meines Traumas und der Sexualität. An die Namen der Figuren kann ich mich bereits nicht mehr erinnern.

Was mich aber überrascht ist die Aussage, dass ich mit dem Verursacher des Trauma-Backflash offen und ehrlich reden muss. Er hat eine wichtige Schlüsselrolle. Ich kann und will nicht mit einem 18. jährigen Lehrling darüber reden. Er meinte ich soll in aller Ruhe darüber Nachdenken. Beim nächsten Mal sprechen wir nochmals über diesen Punkt.

Gruess

Lorax

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lorax« (15. August 2014, 12:07)


21

Samstag, 16. August 2014, 10:21

Hallo zusammen

es wird langsam hier zu einem Monolog. :-) Zuerst mal sorry, für die zahlreichen Schreibfehler aber die Autokorrektur korrigiert teilweise falsch und nicht alle Fehler fallen mir beim durchlesen auf.

Habe bereits heute morgen vom Therapeuten eine Zusammenfassung von der gestrigen Sitzung erhalten. Ein Teil draus möchte ich Euch nicht vorenthalten. Aber zuerst muss ich mehr Licht in mein dunkles Ich bringen.

Gregor zog im 2007 in die USA. Ich hatte von 2007 bis 2014 kein Sex mehr mit einem Mann, hatte weder Bedürfnisse noch Entzugserscheinungen. Wenn auf den Strassen jedoch eine Person Gregor ähnlich sah, dann schaute ich zwar dem Mann nach, aber hatte kein sexuelles Verlangen. Als die Depression meiner Frau sehr stark war und ich dadurch auf Sex-Entzug war, hatte ich gelegentlich bei der Selbstbefriedung sexuelle Phantasien mit Gregor in der Hauptrolle. Bis 2008, als die Depression bei meiner Frau ausbracht, hatte ich ein intaktes soziales Umfeld. Ab dieser Zeit war der Fokus auf Unterstützung und Pflege meiner Frau ausgerichtet. Mehr Arbeit im Beruf 2010 und Verschlechterung der Depression meiner Frau führte mich 2011 in ein Burnout und in die soziale Isolation. Ich kann meine Freunde an einer Hand abzählen!

Warum bin ich eigentlich hier?

Das Trauma um den Tod meines Sohns und der Freundin hat ja bekanntlich ein Lehrling wieder zum Leben erweckt, als ich mein Unterbewusstsein realisiert, dass mein Sohn auch Volljährig geworden wäre und der Lehrling mein Sohn hätte sein können. Das Trauma hat eine Schleuse eines Stausees geöffnet. Es fliesst nicht nur Wasser aus dem Stausee, sondern auch anderes Treibgut. Mein alter Therapeut hat nur sein Fokus auf das Thema Lehrling/Sohn ausgerichtet, aber nicht auf die Kettenreaktion. Denn die Gefühle der Traurigkeit, der Lustlosigkeit, die Zärtlichkeiten mit Gregor hat das Trauma wieder zum Leben erweckt. In dieser Phase der offene Wunde in der Seele ist Gregor wieder physisch aufgetaucht und ich wurde wieder 24. Wäre Gregor zwei, drei Wochen später vorbei gekommen, dann wäre es vermutlich nichts passiert. Mein neuer Therapeut ist der Ansicht, das ich mich dadurch nun in etwas hineingesteigert habe und ich mir nun eine Kopie von Gregor wünsche. Ich soll keine Dates mehr abmachen (war in der Tat nur vergeudete Zeit) und mich nicht mehr so bewusst mit diesem Thema beschäftigen. Ich soll aber den Fokus nicht auf meine Frau legen, sondern etwas für mich alleine Unternehmen. Mit Arbeitskollegen unter der Woche ein Bier trinken gehen oder alleine einen Tagesauflug unternehmen. Ich soll versuchen mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, aber nicht über diese Themen wie Depression oder Sexualität. Hinaus gehen.. wenn ich dann per Zufall "Mister Right" finde, dann könne man später, sofern ich dann noch will über das Thema Bi-Sexualität sprechen.

Wünsche Euch ein schönes Weekend.

Liebe Grüsse

Lorax

bi_urself

unregistriert

22

Samstag, 16. August 2014, 13:28

Hallo Lorax,

ich habe nun gespannt deine Geschichte verfolgt und wünsche dir erstmal viel Kraft für die Verarbeitung von all dem Geschehenen!

So wie es sich liest, finde ich auch, dass dein neuer Therapeut den richtigen Weg geht. Ich denke auch, dass deine Bisexualität sekundär betrachtet werden sollte. Du scheinst mit dem Sex die ganzen tragischen Ereignisse kompensiert zu haben, und ich behaupte mal, dass Gregor einfach zur "richtigen Zeit am richtigen Ort" oder "zur falschen Zeit am falschen Ort" war. Je nachdem, wie man es sieht. Ich vermute, wäre an Stelle von Gregor eine Frau deine beste Freundin gewesen, wäre es ebenso zum Sex gekommen, oder? Dass du 7 Jahre auch keine Befürnis nach gleichgeschlechtlichem Sex hattest, untermauert nochmal die These, dass es dabei nicht wirklich um Sex ging. Wahrscheinlich hast du zu dieser Zeit einfach "nur" körperliche Nähe gesucht.

Ich halte es auch für die höchste Priorität, dass du deine alten Traumata ordentlich verarbeitest, was du mit dem neuen Therapeuten ja schon in Angriff genommen hast. Sieh zu, dass du mit dir selbst ins Reine kommst, ohne parallel aktiv auf Partnersuche zu gehen. Das würde den Genesungsprozess wahrscheinlich nur unnötig verkomplizieren.

Dass du mit dem Lehrling reden solltest, finde ich ein bisschen merkwürdig. Ich verstehe zwar, was dein Therapeut damit bezwecken will, aber wenn man ein Stück weiter denkt, wäre so ein Gespräch doch eher kontraproduktiv. Der junge Mann weiß ja von nichts, und ich glaube, dass so ein 18-jähriger Kerl, der in seinen jungen Jahren wahrscheinlich schon genug mit sich selbst und seiner Ausbildung zu tun hat, sich vor den Kopf gestoßen fühlt und mit dieser Situation dann vielleicht auch überfordert ist. Ich denke, dass das eure Zusammenarbeit unnötig verkomplizieren oder sogar belasten würde. Ich vermute, dass du dieselben Zweifel hegst, oder?

23

Samstag, 16. August 2014, 17:59

Hallo bi_urself

Ich würde die Aussage "hatte weder Bedürfnisse noch Entzugerscheinungen" von Lorax etwas relativiert. Lorax ist ein Gefühlsmensch. Wenn Ihn etwas erfreut oder belastet z.B. früher ein tolles Game, eine Staffel von King of Queens oder ein grosses Server-Problem dann kann er sich hyper fokussieren und sich stundenlang damit beschäftigen, dass er dabei seine natürlich Bedürfnisse wie Essen und Trinken vergisst. Er hat noch heute im Outlook eine mehrmalige "Trinken nicht vergessen" Erinnerung aktiviert.

Nach meiner Ansicht nach, war/ist der Fokus von Lorax in den erwähnt 7Jahren stark auf seine Frau gerichtet. Ruhige Zeit nur für Ihn und seinen Gefühlen gab es nicht, wenn dann hat er selber Heulen müssen. Wie kann also Lorax davon überzeugt sein, dass er keine Bedürfnisse hatte, wenn er sich selber nicht gut spüren konnte?

Ich kann mich noch gut an einige Entzugserscheinungstelefonate erinnern. Die hatte er wohl vergessen.

Ich möchte behaupten, dass sich Lorax sehr wohl sich in das BI-Thema hineingesteigert hat, aber jetzt eine 180 Grad Kehrtwende vollzieht und seine Gefühle verdrängt.

An körperliche Nähe hatte es Lorax als seine Freundin und Sohn verstarb schon gefehlt, aber seit er mit seiner Frau zusammen lebt jedoch nie.

Wenn an meiner Stelle eine langjährige Freundin gewesen wäre, bin ich mir ganz sicher, dass es zu keinem Sex gekommen wäre. Sein Kopf wäre nicht frei gewesen.

Lorax soll sich nun auf die Therapie konzentrieren. Ich bleibe in Kontakt..

Um 12 Uhr Schweizer Zeit hatte ich noch von Fort Lauderdale aus mit Lorax telefoniert. Lorax wird sich auf Empfehlung seines Therapeuten für einige Zeit von diesem Forum fern halten.

Gruess

Gregor

24

Sonntag, 17. August 2014, 03:09

Hallo bi_urself

eigentlich sollte ich diesem Forum fernbleiben, aber ich kann jetzt nicht schlafen und eine Antwort wäre angebracht. Doch mir fehlt im Moment die passende Antwort. Einerseits passt mir die Antwort von bi_urself gut, aber anderseits ist sie für mich zu banal und doch nicht stimmig.

Was Gregor betreffend "sich selber spüren" sagt muss ich irgendwie zähneknirschend anerkennen. Auch der neue Therapeut fordert mich auf eine Pause einzulegen um mich selber bewusst spüren zu können. Ich war schon als Kind hyperaktiv und das war damals auch der Grund, warum ich vom der RS verschont geblieben war. Ich wäre eine Gefahr für die anderen Rekruten gewesen.

Es fällt mir einfach verdammt schwer, anstehende Tätigkeiten die gemacht werden müssen liegen zu lassen. Ich muss seit 6 Jahren für zwei Personen denken und bin neben dem Job auch für den ganzen Haushalt zuständig, weil meine Frau es nicht kann. Sie kann die gesamte Wohnung an einem Tag auf den Kopf stellen..

Ob ich jetzt Bi bin oder nicht spielt zur Zeit wirklich keine Rolle. Zur Zeit sind meine Batterien leer und meine Nerven liegen blank. Mein Therapeut versucht mit der Ärztin meiner Frau eine gemeinsame Lösung zu finden, damit ich mehr zur Ruhe komme. Nur mit Ruhe kann ich alle Gefühle verarbeiten und lernen mich und meine Bedürfnisse besser zu kennen.

Ich danke Euch bisher für die Unterstützung!

Liebe Grüsse

Lorax

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Lorax« (17. August 2014, 03:17)


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Sonntag, 17. August 2014, 11:17

Guten Morgen Lorax
Was du von deinem neuen Therapeuten schreibst, klingt ja schon mal gut. Es irritiert mich ein bisschen das du bzw. dein Therapeut und auch Gregn ab und an schreiben was du tun sollst. Ich weiss nicht ob das nur an der Formulierung liegt ...

Ich bin mir sicher dass du deine Schwierigkeiten lösen kannst wenn du dich ihnen stellst und das was du als schwierig empfindest nicht alleine für dich behälst. Ich finde es schön zu sehen wie du hier offen damit umgehst, obwohl dich die eine oder andere Aussage vermutlich etwas brüskiert, ich glaube es bewegt sich etwas in dir. Das ist ein Prozess und im guten Fall führt der zur Lösung.
Verdrängen ist eine denkbar ungeschickte Strategie. Sie braucht nämlich genauso Energie und löst gar nichts. Das ist bei einem Server-Problem nicht anders als bei einem Persönlichen. Jede Schwierigkeit die Verdrängt wird, taucht irgendwann wieder auf, vielleicht in einer anderen Form, aber mit den selben Merkmalen. Jede Schwierigkeit verlangt nach einer Lösung und die sind so individuell wie jeder Mensch selbst individuell ist.

Vielleicht ist es befreiend für dich wenn du das Thema hier im forum einen Moment einfach loslassen kannst und deine Energie anderen Themen widmen kannst. Wenn es sich für dich richtig anfühlt das forum zu meiden, dann ist es richtig das du das tust. Wenn du jedoch merkst dass du das forum meidest weil es dir unangenehm ist dich damit zu konfrontieren und es in Wahrheit nur eine Verdrängungsstrategie ist, wirst du diese Schwierigkeit damit nicht lösen.

Aus eingener Erfahrung kann ich dir sagen dass die Schwierigsten Zeiten im Leben die lehrreichsten sind und die mit dem grössten Potential sich selbst zu finden, nur schon aus dem Grund weil es wirklich nötig ist sich selbst zu finden. Ruhe kannst du in deiner äusseren Realität finden wenn du es dir einrichtest, in deiner inneren Realität wirst du Ruhe finden wenn du deine Schwierigkeiten gelöst hast oder mit zunehmendem Erfolg daran bist.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft und vertrauen in dich und dein Leben :thumbup:
---------- May the force be with you ----------