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Montag, 17. November 2014, 18:14

WISO immer beides?!?

Hallo zusammen
Ich habe mich soeben auf diesem Forum registriert in der Hoffnung gleichgesinnte zu treffe.
Was ich nicht ganz verstehe, warum beides zusammen ausleben so propagiert wird.
Genau diese Ansicht macht es für mich im Alltag sehr schwer.
Wenn ich jemanden kennen lerne und mich als Bisexuell Oute wird mir meistens vorgeworfen nicht treu sein zu können oder beides ( also Mann und Frau) gleichzeitig zu wollen.
Ich finde die sexuelle Orientierung hat nichts mit dem zu tun, dass mein beides zur selben Zeit möchte.
Ich bin jemand, der sich in beide Geschlechter verlieben kann. Wenn das so ist, habe ich keine Augen für jemand andern, egal welches Geschlecht mein Gegenüber hat.

Stehe ich da wirklich so alleine damit? Oder täuscht das?!?
Wäre dankbar um eure Meinungen
" Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren"
Rosa Luxemburg

chris_alexander

unregistriert

2

Montag, 17. November 2014, 22:20

Hallo Scheila

du sprichst mir aus dem Herzen. Ich empfinde genau so wie DU. Wenn ich mich auf eine Frau einlasse, schiele ich nicht dauernd auf Männer. Bei einer Beziehung, die kürzlich gescheitert ist, erlebte ich ähnliches wie DU. Meine Ehrlichkeit (outing) zu Beginn der Beziehung wurde immer wieder in Frage gestellt, was ich als Misstrauen und starke Verletzung empfunden habe. Auch ich verliebe mich in ein Gegenüber und versuche dann mit Neugier das Wesen kennenzulernen, ganz nahe zu kommen unabhängig vom Geschlecht. Auf Grund meiner ernüchternden Erfahrung, werde ich bei der nächsten Invasion von Schmetterlingen im Bauch meine Sexuelle Orientierung nicht mehr zum Thema machen.

Wünsch dir alles Gute und habe mich an deinem Beitrag gefreut

3

Dienstag, 18. November 2014, 08:13

@Scheila

Herzliches willkommen hier im Forum.

Bei mir ging es ähnlich, als ich 2004 eine Witwe kennen und lieben gelernt hatte, das kam auf Unverständnis. etc.

Bei mir war es damals so, dass sie vor meinem Kennen lernen schon mit einer Kollegin eine Woche Ferien gebucht hatte. Als sie mir das nach dem Kennenlernen sagte, fragte ich sie, ob sie mit ihrer Kollegin ein Doppelzimmer oder ein Einzelzimmer nehme.
Sie sagte: sie nehme ein Doppelzimmer. Ich sagte ihr so spasseshalber. Sie solle nicht mir ihrer Kollegin etwas anfangen. Dann fragte sie mich, ob ich schon Erfahrung mit Männer hatte. Ich gab es zu - (mit dem 8 Jahre älteren Nachbarssohn)

Ich hatte mich daheim bei meinen Eltern auch geoutet wegen dem Nachbarssohn und ich musste dann mit meinen Eltern zum Nachbarssohn, um zu diskutieren.
Meine Mutter ging das überall erzählen. Meine Mutter hatte ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern, das zerbrach.

mit der Witwe versöhnten ich mich per 1.8.2004 - aber es ging leider nur noch 5,5 Monate - dann war def. Schluss nach Jobverlust, etc.
Oldtimer-/Youngtimer-Liebhaber
DAB+-Autoradio-Fan (Radio hören im Auto ohne Rauschen, in CD-Qualität)

4

Dienstag, 18. November 2014, 16:42

Danke euch zwei für das Feedback.
Wenn ich eben die Beiträge hier so durchlese, wird immer über das diskutiert oder solche Andeutungen gemacht.
Das kann ich nicht verstehen....
Ich bin sehr tolerant und ich denke jeder muss so leben das er oder sie glücklich wird.
Aber das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun!
Zudem erlebe ich immer wieder wie intolerant gerade solche Menschen sind, die Toleranz vordern.
WISO, hat der Mensch zudem das Bedürfnis alles in Schubladen zu stecken?
" Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren"
Rosa Luxemburg

5

Donnerstag, 20. November 2014, 21:05

Hallo Scheila
Ich bin mir sicher dass es viele Menschen gibt welche bisexuell veranlagt sind, dies aber nicht ausleben.

Zitat

Ich finde die sexuelle Orientierung hat nichts mit dem zu tun, dass mein beides zur selben Zeit möchte.

Das sehe ich durchaus auch so, aber ich begreife Menschen die sich das Wüschen.
Stell dir vor du bist in einer langjährigen Beziehung mit einem Mann, das verliebt sein ist nicht mehr so stark im Vordergrund. Werte wie vertraut sein, Geborgenheit im Alltag (Sicherheit), der gemeinsame Lebensweg, allenfalls gemeinsame Kinder sind stärker gewichtet.
Du hast seit jahren keine Frau mehr angerührt, keine Zärtlichkeiten und keine Geborgenheit von seiten einer Frau erlebt. Glaubst du dass du dies einfach so wegstecken könntest ?
Oder würdest du, wenn du merkst dass dir dies fehlt, deine langjährige Partnerschaft in frage stellen, vielleicht sogar auflösen, zugunsten deiner persönlichen Freiheit und der Möglichkeit Gefühle wieder zu erleben ?
---------- May the force be with you ----------

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Freitag, 21. November 2014, 20:40

Hallo Guru
Solch eine Frage habe ich mir noch nie gestellt. Aber ich hoffe, dass ich nie in eine solche Situation komme.
Ich denke, dass ist aber keine Frage der Bisexualität. Es git schliesslich genug Hetros die Affäiren ect. haben.
Vieleicht, bin ich einfach zu romantisch veranlagt. Meine längst Beziehung war 8 Jahre und in dieser ganzen Zeit, hatte ich kein Bedürfnis auf das andere Geschlecht. Getrennt, haben wir uns schlussendlich wegen etwas ganz anderem.
Ich verurteile auch nicht, dass es Menschen gibt die beides möchten.
Wenn es aber so sein soll, denke ich, dass Erlichkeit das Wichtigste ist. Jeder hat das Recht, sich frei zu entscheiden. Wenn man zu feige ist, dass offen zu komunizieren nur weil man Angst hat verlassen zu werden, hat das nichts mit Liebe zu tun.
" Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren"
Rosa Luxemburg

7

Sonntag, 23. November 2014, 00:50

Liebe Scheila,

ich kann deinen Ärger verstehen. Ich habe mich auch oft daran genervt, dass nicht nur außerhalb, sondern auch unter Bisexuellen die Themen Untreue bzw. Polyamourie dominieren, dass auf einem Flyer für eine Bigruppe der Umgang mit Treue in einer Beziehung prominent erwähnt wurde, etc. Für mich war selbstverständlich, dass ich nur treue Beziehungen möchte und hatte die Befürchtung, auf das Vorurteil zu treffen, ich könne nicht treu sein.

An einem Punkt muss ich dir widersprechen: Du sagst "beides zu wollen" habe nichts mit der Orientierung zu tun. Offensichtlich kann nur jemand, den man als "bisexuell" bezeichnen würde, "beides wollen". (Ich sage bewusst nicht "ein Bisexueller", da ich mir der Problematik des Fremdlabelings bewusst bin und, wie in einem anderen Thema angesprochen, wollen sich viele nicht als bi bezeichnen, auch wenn sie unter eine gängige Definition fallen würden). Leider verstehen zu viele Leute den Unterschied zwischen Implikation und Äquivalenz nicht. Dass alle Bisexuellen beides wollen, ist ein unzulässiger Umkehrschluss und wenn Leute diesen Fehler begehen, kann man wohl nur genervt mit den Augen rollen und zur Abwechlung wieder einmal ein bisschen Aufklärungsarbeit in sexueller Orientierung und grundlegender Aussagenlogik machen.

Wie du selbst sagst, haben auch viele Heterosexuelle und Homosexuelle Affären. Ich weiß nicht, ob ich glauben soll, dass polyamouröse Tendenzen unter Bisexuellen einfach verbreiteter sind als unter anderen. Hier habe ich keine Ahnung und konsequenterweise keine Meinung :-). Ich vermute aber, dass Bisexuelle, weil sie sich bereits einen sehr großen Konflikt mit traditionellen Beziehungsvorstellungen eingestanden haben, geneigter sind, diese Vorstellungen noch ein bisschen (viel) mehr aufzubrechen. Das ist etwas, das ich mittlerweile begrüße, denn wenn eine Gesellschaft so frei wie möglich von sexuellen Normen ist, kann der Einzelne einfacher herausfinden, was zu ihm passt.

8

Sonntag, 30. November 2014, 23:44

Verstehe ich auch nicht...

Habe das ja schon bei einem anderen Thema angesprochen. Wieso immer beides? Und muss "Bi" immer gleich heissen, dass man in beide Geschlechter verliebt sein muss? Hatte ich bisher ein anderes Verständnis. Lieben kann ich nur meine Frau - und das für immer (seit 30 Jahren). Sex kann ich aber auch mit anderen haben; und wenn ich dann Sex mit Männern habe, ist das nicht schelchter als wenn ein "Normalo" Sex mit einer Frau hat. Bin ich dann hier falsch?

Grüsse Luc