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Freitag, 4. November 2011, 16:20

Bisexualität existiert!

In der New York Times vom 22. August 2011
Veröffentlichte Davcid Tuller

Einen Artikel zum Thema Bisexualität mit dem Titel:

Keine Überraschung für Bisexuelle Männer: Studie beweist, dass sie existieren.

In einer ungewöhnlichen wissenschaftlichen Studie haben Forscher der Northwestern Universtät bewiesen, dass zumindest einige Männer, die sich selber als bisexuell bezeichnen, tatsächlich von Frauen und von Männern sexuell erregt werden.

Diese Entdeckung wird die Bisexuellen, die seit langem behaupten, ihre sexuelle Anziehung sei nicht beschänkt auf ein Geschlecht, kaum erstaunen. Seit vielen Jahren hat die Frage der Bisexualität die Wissenschaftler beschäftigt. Eine sehr bekannte Studie, die 2005 ebenfalls von der Northwestern Universtät veröffentlicht wurde berichtete, dass „In Bezug auf sexuelle Anziehung und Erregung müsste noch bewiesen werden, dass Bisexualität existiert.“

Diese Aussage empörte die bisexuellen Männer und Frauen weil diese Aussage das Vorurteil unterstütze, dass Bisexuelle verklemmte Homosexuelle seien.

In der neuen Studi, die online publiziert wurde, wählten die Forscher die Probanden mit strengeren Kriterien aus. Um die Chance zu erhöhen, Menschen zu finden, die von beiden Geschlechtern erregt werden, rekrutierten sie die Teilnehmer von Internet-Seiten, die speziell Dienstleitungen für Bisexuelle anbieten.

Sie achteten ausserdem darauf, dass die Teilnehmer innerhab der letzten zwei Jahren sexuelle Erfahrungen und eine gefühlsmässige Beziehung von mindestens drei Monaten Dauer mit je einer Person beider Geschlechter hatten.

Die Menschen, die für die Studie von 2005 ausgewählt wurden, wurden durch Inserate in gayorientierten und alternativen Medien gesucht, und ihre Identifikation als heterosexuell, bisexuell oder homosexuell basierte auf den Antworten, die sie auf einem Standardfragebogen beantwortet hatten.

In beiden Studien wurden den Teilnehmern Videos von gleichgeschlechtlichen Geschlechtsakten gezeigt und dabei mit Sensoren an den Genitalien ihre sexuelle Reaktion beobachtet. Währen die erste Studie zeigte, dass die bisexuellen in der Regel nur auf homosexuelle Akte reagierten, zeigte die neue Studie, dass die Bisexuellen auf beides, die männlichen und die weiblichen gleichgeschlechtlichen Akte reagierten, währenddem die homosexuellen und heterosexuelle nicht auf beides reagierten.

Die neue Northwestern Studie, die dieses Jahr publiziert wurde, zeigt ein unverwechselbares Bild sexueller Ansprechbarkeit bei Bisexuellen.

In der Studie vom März dieses Jahres wird von den Resultaten einer anderen Annäherung an die Frage berichtet: Die Forscher zeigten den Teilnehmenden erotische Videos und liessen sowohl Aufnahmen von zwei Männern oder zwei Frauen sehen, dabei zeigten sie sowohl Genitalien, wie auch gefühlsmässige Erregung. Aber sie schlossen auch Szenen ein, von einem Mann, der Sex mit beiden Hatte, mit einer Frau und einem andern Mann. Ausgehend von der Theorie, dass dies bisexuelle Männer ansprechen würde.

Der Forscher – Jerome Cerny, ein pensionierter Psychologie-Professor der Indiana-State-University und Erick Janssen, ein Senior Historiker des Kinsey Institutes – haben festgestellt, dass Bisexuelle eher als Heterosexuelle oder Homosexuelle auf beide Genitalien sowie auf die gefühlsmässige Erregung reagierten.

Frau Lisa Diamond, eine psychologie Professorin der Universität Utah und Expertin für sexuelle Orientierung, sagte, dass die beiden neuen Studien zusammengenommen ein bedeutender Schritt dazu sind zu beweisen, dass buisexuelle Menschen ganz spezielle Muster von Erregungs-Mustern haben.

« Ich habe viele Menschen darüber interviewt, wie wichtig es für sie ist, dass ihre Familienmitglieder durch eine Phase von Verwirrung und Ignorzanz gehen.“ Diese evidenten Richtlinien, verschiedne Methoden und Stimulierungen zu verwenden gibt und das Vertrauen zu sagen, dass Bisexuealität etwas Reales ist.

Die neue Studie zeigt, obwohl sie kleinen Ausmasses ist, dass es schwirig ist, generelle Aussagen zu machen, eindeutige Muster festzustellen, weil bisexuelle Menschen eine grosse Verschiedenheit von sexueller, romantischer und emotionaler Zuneigung zu Partnern beiden Geschlechtes haben.

Die neue Northwestern-Studie wurde unter anderem von dem Amerianischen Institut für Bisexualität finanziert. Eine Gruppe, die Forschung und Ausbildung zur Bisexualität fördert. Deren Vertreter haben auch zu der neuen Studie gemischte Gefühle.

Jim Larsen, 53 und einer der Leiter der Bisexuellen Organisation, einer in Minnesota beheimateten Vertretergruppe sagte, die Resultate könnten dazu führen, dass es für Bisexuelle weiterhin schwierig bleiben könnte, sich selber zu akzeptieren.

„Es ist wunderbar, dass die Studie mit der Aussage kommt, dass Bisexualiät existiert“, sagte er. „Das sagt lediglich aus, wass wir in der Comunity bereits wissen. Es ist beleidigend. Ich denke, es ist unglücklich, dass jemand überhaupt wagt es anzuzweifeln, wenn ein Mensch sagt, „So bin ich“.

Ellyn Ruthstrom, Präsidentin des Bisexual Resource Center in Boston, bestätigt Jim Larsons Unbehagen: „Die Studie reduziert unglücklicherweise Sexualität und Beziehung auf die rein s exuelle Stimulation.“ Frau Ruthstrom sagte: „Die Forscher wollen die bisexuelle Anziehung auf ein kleines Schublädchen reduzieren – man muss genau so erregt sein von Männern und von Frauen, dann ist man bisexuell. Das ist Unsinn. Was mir gefällt ist, dass Menschen sich in ihrer Bisexualität auf so viel verschiedene Arten ausdrücken.“

Trotz Ihres vorsichtigen Lobes der neuen Studie hat Dr. Diamond auch kritisiert, dass die Art und Weise wie die sexuelle Erregung getestet wurde in den Studien, nur ein Aspekt der sexuellen Orientierung berücksichtige. Es ist eine grobe Vereinfachung, nur aufgrund von erotischen Bildern in einem Laboratorium die genitalen Reaktionen zu messen. Dies kann nie ein adäquates Bild geben, was bei einer Zwischenmenschlichen Begegnung passiert.

„Sexuelle Erregung ist eine sehr komplexe Angelegenheit,“ sagte sie „Das reale Phonemen im täglichen Leben ist ausserordentlich kompliziert und von vielen Faktoren abhängig.“

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Freitag, 4. November 2011, 16:21

Bisexualität existiert!

Also ich bin schon froh, über die Uussag vo de Frau Ruthstrom, dass e Situation vonere Versuechsaaordnig imene Labor, wo mer mit Hut und Haar und sogar de Genitalie verkabled und mit wüsseschaftlicher Akkribie beobachtet Sexfilm vorgfüert überchunnt, nie mit dere vom tägliche Läbe chan vergliche werde, und scho gar nöd enere privatime Situation i dere Mänsche mitenand e Beziehig und Sexualität läbed.

Überhaupt find ichs e Zuemuetig für Eus Bisexuelle. Warum mues mer wüsseschaftlich bewiise, dass es eus git und dass mir eus zu beidne Gschlächter hiizoge fühled? Scho de Kinsey hät bewise, dass es zwüsched reiner Hetrosexualität, Bisexualität und Homosexualität alli Schattierige git. Er hät aber näbed physische Versuechsaaordnige au mit de Mänsche gredt, ihne Frage gschtellt und ene glaubt, das was sie säged. Ich findes absoluut unzuelässig en Mänsch uf sini Sexualität z reduziere und nur di elektronisch mässbare Reaktione a sine Genitalie als obiektivi Wahred la gälte. Das was zwüsched zwei oder mehrere Mänsche passiert findet uf so villne verschidene Ebene statt, und ich glaube, dass es wesentlicheri git als die vo de Sexualität. Es sei dänn, mer erläbi und erfahri Sexualität als öppis abgschpaltes, wo zum Alltag und zu de Beziehige kein Bezug hät.

Sicher, das gits au. D Situation vo villne Bisexuelle isch ja, dass sie sich entweder als heterosexuell erfahred, oder inere heterosexuelle Beziehig läbed. Da chans natürlich vorcho, dass wänn so öppert entdeckt, dass er sich körperlich au zum gliiche Gschlächt hiizoge fühlt, er das abspaltet, nöd will wahr haa. Dänn passiert eigentlich öppis ähnlichs, wie bime Hetero wo ines Puff gaht. Mer machts zwar, hät villicht debii es schlächts Gwüsse, will mer nöd würklich iiverschtande isch mit dem was mer macht, und dänn verdrängt mers so rasch und so guet als möglich wider, bis es eim s nächschti mal wider „passiert“. De Underschied isch, dass bime Puffbsuech de Hetero nur gäge sis schlächte Gwüsse aakämpfe mues, de Bisexuelli aber, wo sich als Abentüür en andere Maa suecht, mues gäge sis schlächte Gwüsse aachoo, aber wahrschinlich mues er au no gäge d Angscht kämpfe, er chönnti schwul sii. Er möchti das lieber nöd zume Thema werde laa. Weder bi sich sälber, geschwige dänn i sinere Beziehig zu sinere Partnerin.

Bisexualität isch es heikels, vo eusere Gsellschaft vehemänt verdrängts Thema. Für das isch die Studie scho guet, wo probiert objektiv z bewiise, dass es Mänsche git, wo uf beidi Gschlächter sexuell reagiered. So chan sich öppert wo das au hät wehnigschtens säge, ich bin nöd ellei, es git na meh söttigi wie mich. Aber ebe. Es bruucht einige Muet, bi sich sälber zuezlaa dass es eso isch. Dadefür gits weissgott Gründ gnueg. Mer handlet sich uf jedefall Schwirigkeite ii demit. Mit sich sälber, aber au mit sine Partner und Parnerinne, de Familie und de Mitmänsche wo mit eim de Alltag teiled.

Es isch i eusere Gsellschaft gar nüme eso schwirig es Coming-Out als Schwule oder Lesbe z mache. Es isch ja scho fascht chic, und ich känne e huufe Lüüt, wo sich demit brüschtet, i ihrem Bekannte- und Fründeschreis Schwuli und Lesbischi Mänsche z haa, si bewiised demit wie offe und tolerant si sind. Schwiriger wird’s, wänn mer es Coming-Out als Bisexuelle macht. Di wahrschinlich erschti Frag isch, ob mer sich dänn nöd chöngi entscheide. Irgendwie laufed d Schublade für Hetero- und Homosexualität ganz liecht und sind au gnueg gross, die für Bisexualität chlämmt entweder, isch z chlii oder existiert überhaupt nöd. De Heteros aber au de Homos wärs lieber, mer würd sich entscheide. Dänn ghört mer zunene, oder aber ebe nöd. Aber nöd nu halbe,

De Druck für en Bisexuelle, sich für die eini oder anderi Siite entscheide z müese chunnt aber nöd nume vo usse. Es isch au en innere Zwiischpalt. Es wär für eim sälber doch vill eifacher – vor allem luperein Hetero z sii, als so es Wese zwüsched zwei Wälte, und zu de Schwule mag mer sowieso nöd dezueghöre. Es wäri en Schock, wänn mer durs Schicksahl oder eiges Fählverhalte uf eimal ganz i de Topf (wo ja luut de katholische Chille scho ufem Hölleführ staht) inegheie oder gar vo de ander inegrüert würdi.

Ich dänke, dass grad de Druck vo de Gsellschaft und de Druck vo sich sälber macht, dass Bisexualität so tabuisiert isch. Eini vo de grosse amerikanische Internet Dating-Plattforme hät aafangs vo dem Jahr ihri Kundedate statistisch uusgwertet. Bim Iischtiig, das heisst bim erschte Mal aamälde mues mer aaklicke, ob mer en Maa, e Frau, hetero- oder homosexuell isch. Vo dene Mane wo sich als heterosexuell bezeichnet händ, händ meh als en drittel im Lauf vo de Ziit au mit gliigschlächtliche Mitbenutzer Kontakt uufgnah, und zwar mit eidüütig sexuellem Inhalt. Wo fangt eigentlich Bisexualiät aa? Wänn mer si uf Sexualität reduziert, sicher erscht dete wos zunere sexuelle Handlig chunnt mit beidne Gschlächter.

Aber wo isch d Gränze? Wänn mer emal aalueged, wie spastisch die meischte Hetereomanne mitenand umgönd, mitenand Zote rissed, gruusigi Witz und zweidütigi Aadütige mached über Fraue und schlächti Witz über Schwuli oder sogar scherzhafti Aadütige vo sexuelle Übergriff und Aanächerige zu ihrne Kollege, wo dänn mit Gröhle quittiert werded und doch nöd stattfinded, dänn mues mer sich fräge, was da eigentlich underem Deckel ghalte wird.

Es mues aber nöd immer so ruuch zuegah, schliesslich sind nöd alli Manne Pflöck, Fraue scho gar nöd. Es git au ruhigi, aaschtändigi und fiinfühligi, wo sich i sonere Gsellschaft höchscht unwohl fühled. Si läbed aaschtändig und pflichtbewusst und händ meischtens sogar e heterosexuelli Partnerschaft. Aber de Ustuusch mit Mänsche vom eigene Gschlächt fählt. Problem werded meischtens nur innerhalb vo de Partnerschaft besproche. S Bedürfnis mit emene Fründ, enere Fründin vom eigene Gschlächt über sini innerschte Sorge, Wünsch und Träum z rede wird immer schtärcher, mer fühlt sich hiizoge zum eigene Gschlächt. Möchte en Ustuusch vo Mänsch zu Mänsch, möchti verschtande werde und verschtää, Erfahrige uustusche, au über d Erläbnis wo mer hät mit em andere Gschlächt. Fangt da Bisexualität scho aa? Isch es nöd s natürlichschte vo allne Bedürfnis, sich mitzteile, wahrgnah z werde und en andere Mänsch wahrznäh?

D Gfahr isch, dass da scho s Gschpängscht vo de Bisexualität oder sogar Homosexualität um de Egge lueged, und furchterregend „Buu“ macht. En freiere Umgang mit de Sälbschtverschtändlichkeit, dass fascht d Helfti vo de Mänsche au s Bedürfnis nach eme intensive Umgamg mit em eigene Gschlächt händ, isch i eusere Gsellschaft dringend nötig. D Lesbe und di Schwuule händs i eusere Gsellschaft gschafft. Si sind akzeptiert. Mir Besexuelle sind ufem Wäg, uf eus uufmerksam z mache.