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Dienstag, 24. September 2013, 15:15

Bi´n ich noch zu Retten ?

Hallöchen Miteinander...

Ich bin neu hier und dachte mal ich gebe auch mal was zum besten.
Ich muss ja nicht sagen wie es ist es ist bei einigen sicherlich genau das gleiche.

Ich bin mittlerweile 34 Jahre alt und schleppe das Thema Bi seit dem ich 22 Jhre alt bin mit mir herrum!
Anfangs habe ich gemerkt das es mich interessiert und dann kam die Neugierde auf mehr!Aufgefallen ist es mir als ich mal auf einer Gay seite gelandet bin und gemerkt habe das es mich doch mehr als interessiert!
Jetzt habe ich das Problem das natürlich meine Frau von dieser Tatsache zwar mittlerweile weiß was schon Anfangs einen Mega Stress gab,da die Tatsache wie es herrauskam nicht wirklich die schönste war, es "vielleicht" versteht,aber natürlich nicht möchte das ich es auslebe!!!

Wie sind denn eure Erfahrungen zu diesem Thema?

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Donnerstag, 26. September 2013, 01:21

Lieber BimyName

Meine Erfahrung ist dass ich meine homoerotischen Fantasien weder vergessen konnte, noch unterdrücken. Ich war etwa im gleichen Alter wie du, verheiratet und Vater von 2 Kindern, als sich diese Fantasien breitmachten. Mal stark, mal ganz schwach. Es kam in Wellen und hatte vielleicht auch damit zu tun wie erfüllend mein alltägliches Leben war. Die Beziehung zu meiner Frau, das funktionieren innerhalb der Familie, die Arbeit.
Es brauchte Jahre bis es mir zu blöd wurde mich mit einer immer wiederkehrenden Fantasie abzugeben, ohne zu wissen wie es sich in der Realität anfühlen würde.
Es war nicht so wie in der Fantasie, es war viel heftiger und hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen. Etwas das in meiner Fantasie nicht stattgefunden hatte war das Drama was meine Handlung mit sich brachte.Meine Frau wusste anfänglich nicht dass ich mich in einen Mann verliebt hatte. Im moment wo sie es erfahren hatte, wollte sie alles natürlich ganz genau wissen (was ich sehr gut
nachvollziehen kann). Sie wollte diese (aussen)Beziehung auch zulassen. Es stellte sich jedoch bald heraus dass sie auf jeden Fall die Nummer 1 sein wollte (Besitzanspruch?). So esklaierte die Situation bis zu dem Punkt wo meine Frau meine ungeteilte Aufmerksamkeit forderte. Würde ich dem nicht nachkommen, müsse ich gehen.
Ich habe mich dazu entschieden zu gehen und mein eigenes Leben zu leben. Es hätte mich wahrscheinlich krank gemacht in so einer Enge zu leben. Unterdessen habe ich wieder ein sehr schönes und liebevolles Verhäldnis zu meiner Frau, auch, oder gerade weil wir getrennt leben. Sie hat einen Freund und ich habe einen Freund.Ich habe viel hergeben müssen. Die Familienstruktur hat sich verändert. Für die Kinder war und ist das eine Herausforderung, immer wieder. Meine persönliches Leben hat sich qualitativ verbessert. Ich glaube ich bin zufriedener als früher.

Wenn ich deine Geschichte lese, dann sehe ich die erste schwierigkeit darin dass deine Frau "natürlich" nicht möchte dass du das auslebst. Lässt Sie es nicht zu wirst du nur die möglichkeit haben es zu unterdrücken was auf die Dauer meiner Erfahrung nach nicht geht, oder du wirst es im Verborgenen versuchen auszuleben, was ich für die Beziehung zu deiner Frau als sehr problematisch empfinde.
Aus meiner Perspektive wäre es absolut notwendig dass du mit deiner Frau offen und ehrlich darüber sprechen könntest. Sie damit zu "verschonen" macht kein Sinn. Die konsequenz könnte sein dass sie deine Not, deine Zufriedenheit zu finden, erkennt und es auch zulässt. Dabei solltet ihr gut aufeinander Acht geben, allenfalls Regeln abmachen und im stetigen Austausch zueinander stehen. Es könnte aber auch sein dass deine Frau auf keinen Fall damit konfrontiert werden möchte, sie dich nicht mit anderen "teilen" möchte und ihr euch dadurch entfremdet. Das könnte bedeuten dass jeder für sich den Weg geht der am besten in sein Weltbild passt.

Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Kraft und den Mut euch damit auseinanderzusetzen.

guru
---------- May the force be with you ----------

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Montag, 30. September 2013, 10:30

Herzlich willkommen hier im Forum von meiner Seite.

So wie guru schrieb ist es so - dass man die homoerotischen Fantasien weder vergessen könne, noch unterdrücken.

Bei mir war es so - dass ich immer Pech hatte mit Frauen, erst mit 32 Jahren die 1. Frau, so bin ich einfach durch meine Neugierde - zum gleichen Geschlecht gekommen mit dem 8 Jahre älteren Nachbarssohn.
Kurz zuest mit 17 Jahren und dann ab dem 27 Altersjahr bei Homo-Video schauen, haben wir uns dann ohne Berührungsängste mit dem Thema/Ausübung angefangen es zu machen.
Oldtimer-/Youngtimer-Liebhaber
DAB+-Autoradio-Fan (Radio hören im Auto ohne Rauschen, in CD-Qualität)

4

Freitag, 18. Oktober 2013, 21:07

Hallo,
Ich möchte mich erstmal bei euch beiden für Eure Erfahrungen die Ihr mit mir geteilt habt danken!
Und das war ein sehr netter Beitrag @ Guru

Ich sehe es eigentlich auch genauso wie du das das mit dem Unterdrücken auf dauer nicht gehen wird,das ist mir schon fast klar ich merke es ja selber jetzt schon das ich mich heimlich nicht direkt verabrede aber doch schon den Kontakt entweder halte oder aber auch suche....
Es ist ja schon bei mir mehr als nur die Neugierde auf mehr!!!

Das mit dem auseinander Leben weiß nicht ob es das trifft denn wenn ich jetzt ehrlich bin,bin ich es nicht also Ihr gegenüber verheimliche es nunmal!!!

Das ist ja die Sache!
Wie das weitergeht oder ausgeht ist natürlich schwer zu sagen und wie man so schön sagt steht es ja in den Sternen! Manchmal denke ich mir so selber für mich....warum musste mir das passieren?

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Sonntag, 10. November 2013, 18:24

Lieber BimyName

Mit "Bin ich noch zu retten" sprichst du aus, was wir oder viele von uns auch gedacht haben. Aber eigentlich die Frage ist ganz falsch gestellt: wir tun nichts Falsches und nichts Böses. Was du/wir versuchen zu retten, ist die Beziehung zu unserem Partner und gleichzeitig unsere doppelte Persönlichkeit nicht zu sehr zu unterdrücken. Guru hat sehr gut wie immer aus seiner Erfahrung geschildert, was es bedeuten kann verheiratet zu sein und seine Homosexuelle Seite zu entdecken und auszuleben. Ich möchte dir kurz über mich erzählen. Mein Outing zu meiner Frau ist nicht lange her, ich habe in dem Forum lang darüber geschrieben und man kann es unter "Outing" noch lesen. Im kurze: ich habe mittel vierzig und mit 4 Kinder diese Seite entdeckt und ausleben müssen. Müssen. Weil es ging nicht mehr anders. Und nach lange hin und her, nach Austausch in diesem Forum, habe ich von der Erfahrungen von anderen lernen wollen und ich habe es meiner Frau erzählt. Diese ist ja, wie ich deinen Beitrag verstehe, eine andere Situation als bei dir. Trotzdem der Punkt ist, es kam raus und man musste es ZUSAMMEN verstehen und damit zu Recht kommen. Ich habe keine Lösung, natürlich nicht. Wir als paar haben keine Lösung, weil die es nicht gibt. Jeder muss seinen weg finden. Aber das einzige was ich richtig getan habe, was mir/uns noch Hoffnung gibt , ist das wir nicht versteckspielen. Wir waren in einer Psychologische Beratung, und die Therapeutin (ja, eine Frau) hat meine Frau ganz deutlich zu verstehen gegeben, dass wenn ihr es wichtig ist mit mir zu bleiben, wenn uns unsere Beziehung wichtig ist und wir sie retten und aufrechthalten möchten, wenn wir uns lieben und weiter zusammen bleiben, sie darf mir nicht vorschreiben und befehlen was ich mit Männer machen darf. Zu sagen, ok, du bist BI, ein Teil von dir ist Schwul, du bist vielleicht ein MSM , aber jetzt Schluss damit, du darfst es nicht ausleben: das ist keine Lösung, weil entweder unterdrückst du dich so sehr, dass es dir über längere Zeit nicht gut geht, oder du tust es ohne es ihr zu erzählen und betrugst sie. Ich glaube ihr solltest, wie hart auch immer, besser darüber ganz offen reden. Ich weiß auch von Männer, die es nicht sagen und die sich mit anderen Männer treffen, die Frauen wissen von nichts. Viele Männer können wunderbar damit umgehen. Jeder ist anders, und muss für sich entscheiden. Aber deine Frau weiß es inzwischen. Ich kann nur raten, mit ihr darüber weiter zu reden, eure eigene persönliche Lösung zu finden.
Ich wünsche dir/euch viel kraft, und möchte gleichzeitig auch etwas Optimismus machen. Es gibt Tagen, zugegeben selten, aber es gibt die, wo ich ganz glücklich bin Bisex zu sein und beide Seiten zu kennen. Und wenn ich es ausleben kann, und es mir gut geht, kann auch meine Frau davon profitieren.
dir alles liebe
Luca